Zentrum der Seele

Meine Kindheit

Vor ungefähr einem halben Jahr, kam ich per Zufall auf diese Homepage. Sofort hatten mich diese Seiten gefesselt. Doch ich benötigte doch noch einige Zeit, bis ich den Mut aufgebracht hatte und ihn anrief. Als ich dann einige Tage später bei ihm war, kam mir im ersten Moment alles ziemlich bedeppert vor. Wegen meiner Kindheit, was nun schon fast 25 Jahre zurück liegt, zu jemanden zu gehen.
Noch bevor ich weiter denken konnte, fragte er mich, ob er etwas von sich und seiner Praxis erzählen soll, was ich dann auch bejahte.
Anschliessend erzählte ich ihm mein Problem. Soweit ich mich zurück erinnern kann, war ich damals so etwa 7 Jahre alt, als ich zum ersten Mal mitbekommen habe, wie mein Vater meine Mutter verprügelt hatte. Als ich dann mit 10 dies, ein Mal mehr, wieder miterleben musste, versuchte ich meiner Mutter zu helfen und wollte ihn aufhalten. Bis zu diesem Tag hatte er mich nie angerührt, doch von da an änderte sich alles. Nun bekam auch ich immer wieder seine Handinnenfläche zu spüren. Ich merkte schon, wenn er von der Arbeit nach Hause kam, ob es wieder Schläge absetzen würde. Wann immer ich dies erahnte, versuchte ich aus dem Haus zu kommen. Doch dies nützte nur selten etwas. Er wartete einfach bis ich wieder nach Hause kam und schlug mich dann, meistens wegen einer Kleinigkeit. In der Schule wurde ich immer schlechter und ich zog mich immer mehr zurück. Meine Mutter und ich lebten Jahre lang in Angst. Als ich 15 Jahre alt war, schlug er meine Mutter und mich wieder einmal grün und blau, nur weil das Essen noch nicht fertig war. Wie meistens, genehmigte er sich danach ein Bier und setzte sich vor den Fernseher. Ohne dass er es bemerkte, stopfte meine Mutter zitternd ein paar Sachen in eine Tasche, packte mich am Arm und sagte mir, dass ich ganz leise sein soll. Dann schlichen wir uns aus dem Haus. Zuerst kamen wir bei einer Freundin meiner Mutter unter. Später lies sie sich von ihm scheiden. Wir kehrten niemals mehr zurück.
Meine Mutter hatte dann schon bald wieder einen Freund, der am Anfang ganz nett war, doch nach einiger Zeit, rutschte auch bei ihm immer wieder die Hand aus. Nach meiner Lehre, zog ich schon mit 19 aus und lebte mehr oder weniger mein eigenes Leben. Ab und zu besuchte ich meine Mutter, aber immer nur dann, wenn ihr Freund nicht da war. Als ich 21 Jahre alt war und wieder einmal meine Mutter besuchen wollte, fand ich sie im Badzimmer. Sie hatte sich die Pulsadern aufgeschnitten.
Von diesem Tage an stand ich ganz alleine da, ohne Selbstvertrauen und ehrlich gesagt mit ziemlich viel Wut gegenüber meiner Mutter. Warum hatte sie mich alleine gelassen.
Nach einiger Zeit und einigen Depressionen, lernte ich eine Frau kennen. Doch wie sich leider herausstellte, war sie die erste und leider nicht die letzte die mich (psychisch) Misshandelt hatte. Ich lief von einer Beziehung in die nächste und in keiner wurde ich glücklich.
Mit dem ganzen Rucksack voller Minderwertigkeitskomplexen, Ängsten, Wut, Trauer und völlig ohne Selbstvertrauen, sass ich nun bei ihm in seiner „Praxis".
Was dann alles passierte, ist für mich unheimlich schwer hier so zu beschreiben. Doch eines kann ich ihnen sagen, innerhalb von zwei Behandlungen hatte ich meine ganze Kindheit und den Tod meiner Mutter verarbeitet. Es war gigantisch und vor allem wie es mir danach ging. Zum ersten Mal in meinem Leben konnte ich so richtig durchatmen und spürte eine Freiheit in mir.
Zum Schluss sagte er mir, dass von nun an mein Weg einen anderen sein würde und ich mich erst selber kennen lernen muss. Er erklärte mir auch, dass ich wegen der Belastung in meiner Kindheit, immer wieder den gleichen Typ Frauen angezogen hatte. Dies würde sich von nun an ändern.
Irgendwie wollte ich ihm glauben, doch wirklich konnte ich es nicht.
In den nächsten Wochen und Monaten lernte ich mich wirklich wie neu kennen. Es war und ist immer noch eine spannende Zeit. Meinen Rucksack konnte ich wirklich leeren.
Vor etwa zwei Monaten lernte ich auch eine unglaublich liebe Frau kennen. So ganz anders als alle meine Freundinnen vorher. Ich hätte nie gedacht, dass es so etwas überhaupt gibt.

 

Meck, Danke, vielen vielen Dank für alles!


Benni

Höre auf niemanden, der

           Dir sagt, 

dass Du dies oder das

         nicht kannst. 

Lass dir niemals, niemals

           einreden, 

dass etwas zu schwierig

   oder unmöglich sei. 

 

                     Douglas Bader