Meck hat mich gefragt ob ich für Euch meine Geschichte erzählen möchte. Ehrlich gesagt, wollte ich dies am Anfang nicht. Denn es ist doch etwas sehr persönliches und intimes. Doch dann hat mir mein Mann zugesprochen, dass ich es doch schreiben soll. Er ist der Meinung, dass es sicher viele Menschen gibt, die die gleichen Probleme haben und nicht wissen was sie tun sollen. Ausserdem kann ich mich so bei Meck noch einmal für seine Hilfe bedanken. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas möglich ist. „Danke Meck!"
Hier ist meine Geschichte:
Heute bin ich 29 Jahre alt, ich bin verheiratet und habe eine wundervolle Tochter. Sie feiert im nächsten Monat ihren 1. Geburtstag. Wenn ich heute zurückblicke, ist sie mein grösstes Geschenk
welches ich je bekommen habe.
Doch so konnte ich nicht immer denken oder fühlen. Oh nein, es gab eine sehr dunkle Zeit in meinem Leben.
Als ich kurz vor meinem 17. Geburtstag stand, wurde ich ungewollt schwanger. Mein damaliger Freund stand zwar zu mir und wollte unbedingt mit mir dieses Kind bekommen. Doch ich fühlte mich damals
noch viel zu jung und konnte mir auch ein leben mit meinem damaligen Freund nicht vorstellen.
Als ich meiner Mutter von meiner Schwangerschaft erzählte, reagierte sie super. Meinem Vater konnte ich jedoch nichts sagen, der hätte mich damals ohne zu zögern vor die Tür gesetzt. Doch meine
Mutter stand voll hinter mir und hat mir bei allem geholfen. Als ich ihr damals sagte, dass ich mich noch nicht reif für ein Kind fühle und es abtreiben möchte. Konnte ich noch nicht ahnen,
was das Wort „Abtreibung" wirklich bedeutet.
Meine Mutter kannte einen Arzt von früher und brachte mich zu ihm. Im geheimen und ohne grosses Aufsehen gab er mir einen Termin für die Abtreibung.
Der Raum war so kalt und steril, ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte. Und plötzlich fühlte ich mich alleine und verlassen. Es dauerte zwar nicht lange, doch das Geräusch was die Maschine
gemacht hatte, als er das Baby wegsaugte, begleitete mich noch über Jahre hinweg.
Damals dachte ich, dass wird kein grosses Problem, ich bin doch eine starke Frau. Nach dem Eingriff ging es mir auch gar nicht so schlecht. Ich hatte zwar ein mulmiges Gefühl, doch sonst ging es
mir gut. Doch schon einige Tage später fing es an. Ich fühlte mich immer schlechter und viel in eine Depression. Obwohl meine Mutter mir zuredete und mir helfen wollte, wurde das Gefühl in
mir, dass ich eine Mörderin sei, immer stärker. Sie schickte mich dann zu einem Psychiater und der konnte mir ein wenig helfen. Ein Jahr später konnte ich dann doch einigermassen damit umgehen.
Heute denke ich, dass das Antidepressivum, welches mir der Psychiater damals verschrieb, mich über die Runden gebracht hatte. Nur die Alpträume in der Nacht blieben.
Es verging über zehn Jahre keinen Tag an dem ich nicht an das Baby dachte, doch ich glaubte, dass ich es einigermassen verarbeitet hatte. Und dann passierte es. Ich wurde mit meiner jetzigen
Tochter schwanger. Doch ich konnte mich nicht freuen, sondern ich viel wieder in eine tiefe Depression.
Ein Freund meines Mannes gab uns dann die Adresse von Meck und seiner Praxis „Zentrum der Seele" und er sagte uns, dass dieser Mann helfen kann. In meiner Not nahm ich dann das Telefon und rief
an. Sofort bekam ich einen Termin und war völlig überrascht. Ich hatte mir eine schöne Praxis vorgestellt, doch als ich da ankam, war da nur ein Zimmer in einem Einfamilienhaus. Ich war schon
etwas verunsichert und wusste nicht so recht ob ich gleich wieder gehen sollte, doch irgendetwas hielt mich. Ich vertraute mich ihm an und erzählte ihm meine Geschichte. Wir unterhielten uns fast
eine Stunde und dann fragte er mich, ob ich bereit sei zu arbeiten. Die nächsten drei Stunden waren mit unter das schwerste, schönste und unglaublichste was ich bis dahin in meinem Leben erlebt
hatte. Er half mir dabei, meine Abtreibung loszulassen und den Frieden in mir zu finden.
Seit diesem Tage habe ich keine Alpträume und Depressionen mehr. Es ist gekommen wie er es mir vorausgesagt hatte. Wenn ich mir die Abtreibung und die schlimme Zeit danach wieder in Gedanken
hervor hole, kann ich dies tun ohne dass mich dabei etwas belastet. Einen Satz den er mir damals gesagt hatte ging mir nie mehr aus dem Sinn: „Es wird immer ein Teil von Dir und in Dir sein, doch
es wird Dich nie mehr belasten, sonder einfach ruhig da sein." Und ganz genau so ist es gekommen.
Doch das allerschönste war, dass ich mich endlich auf meine Tochter freuen konnte und nun wird sie bald eins.
Ich bin so froh, dass ich den Mut hatte und zu ihm gegangen bin. Ich weiss nicht, was sonst passiert wäre und ich will es auch gar nicht wissen.
„Heute fühle ich mich frei und kann meine Familie und mein Leben in vollen Zügen geniessen!"
Claudia