Zentrum der Seele

Der Tag an dem sich alles änderte!

Als ich im Alter von 18 Jahren mit meinen Freunden in die Diskothek ging, war mir zu diesem Zeitpunkt nicht klar, wie stark sich mein Leben an diesem Abend verändern sollte. Als ich dann so gegen 2:30 Uhr nach Hause wollte, lief mein Auto nicht mehr an. Alle meine Freunde waren bereits fort, da beschloss ich kurzerhand mit dem Taxi nach Hause zu fahren. Keine 10 Minuten von der Disco entfernt gab es einen Taxistand.
Doch bevor ich den Parkplatz der Diskothek verlassen konnte, sprach mich ein ca. 24 jähriger Mann an. Ich hatte ihn schon öfters in der Disco gesehen, er wirkte sympathisch und ich erzählte ihm, dass mein Auto den Geist aufgegeben hatte. Da er sowieso in meine Richtung wollte, bot er sich an, mich nach Hause zu bringen. Später erinnerte ich mich, dass ich damals bereits ein schlechtes Gefühl hatte, doch an diesem Abend, erkannte ich die innere Warnung nicht.
Ich stieg zu diesem Mann ins Auto, erklärte ihm den Weg und wir fuhren los. Als er bei einer Kreuzung links abbiegen sollte, fuhr er einfach gerade aus. In diesem Moment stieg in mir eine Angst hoch. Ich befahl ihm, dass er sofort anhalten solle. Doch dies tat er nicht, er fuhr einfach weiter gerade aus, hinaus aus dem Dorf.
Ich geriet in Panik und fing an zu schreien, doch er reagierte nicht. Dann in einem Wäldchen, bog er in einen Waldweg ab und fuhr in den dunklen Wald hinein. Als er anhielt, schlug ich ihm ins Gesicht und wollte aus dem Auto fliehen. Doch er knallte mir mit seiner Hand voll ins Gesicht. So stark, dass mir das Blut aus der Nase lief und ich einen Moment nicht wusste, was passiert war. Als ich die Situation wieder realisierte, war er bereits ausgestiegen und ums Auto gelaufen. Er riss meine Türe auf und zog mich brutal hinaus. Gelähmt vor Angst, konnte ich mich nicht wehren. Dann riss er mir meine Kleider weg und vergewaltigte mich.
Als er dann endlich von mir abliess, bedrohte er mich, dass er genau wisse, wo ich wohne und dass er mich töten würde, wenn ich es jemanden erzählen würde. Dann stieg er in sein Auto und fuhr weg und lies mich einfach liegen.
Völlig verblutet und am ganzen Körper zitternd rannte ich quer durch den Wald. Wie lange ich damals lief, weiss ich nicht mehr, ich wollte einfach nur weg. Irgendwann, sah ich dann ein Haus und ich schleppte mich dort hin. So gut es ging bedeckte ich mich mit meinen zerrissenen Kleidern und obwohl es mitten in der Nacht war, wurde mir aufgemacht. Sofort nahmen sie mich auf und riefen die Polizei an. Obwohl ich es vor Angst nicht wollte, taten sie es. Heute bin ich froh, dass sie es taten, doch damals hatte ich einfach nur Angst und Panik.
Nach einer Woche, konnte die Polizei den Mann ausfindig machen. Er wurde verurteilt und in Gefängnis gesteckt.
Damals dachte ich, jetzt wird alles besser. Doch obwohl mein Peiniger im Gefängnis sass, wurde es immer schlimmer. Ich litt unter Verfolgungswahn, Angstzustände und Depressionen. Obwohl ich in fachmännischer Betreuung war, traute ich mich nicht mehr alleine aus dem Haus. Jahrelang ging ich bei den Psychiatern ein und aus. Keiner konnte mir wirklich helfen. Erst mit der Zeit konnte ich etwas damit umgehen, doch immer wieder wurde ich von meiner Depression heimgesucht. Eine längere Beziehung, konnte ich jedoch nicht mehr eingehen. Obwohl ich es versucht habe, war es nach kurzer Zeit, immer wieder zu Ende.
Dann hörte ich von einer Freundin die bei einem Mann war, der diese kleine Praxis hat. Sie sagte mir, ich solle doch einfach einmal dort hin gehen und mit ihm reden. Zuerst konnte ich nicht, doch als ich wieder in eine Depression kam, forderte mich meine Freundin erneut auf, es zu tun.
Ich nahm meinen gesamten Mut zusammen und rief an. Zu meinem erstaunen bekam ich sofort einen Termin und drei Tage später sass ich bei ihm, in seiner „Praxis". Zuerst war ich erstaunt, denn seine Praxis, ist ein Zimmer in einem Einfamilienhaus. Doch was dann geschah, konnte ich selber nicht fassen. Ohne Mühe, obwohl er ein Mann ist, erzählte ich ihm meine Geschichte. Und ich glaube wie noch niemand, konnte dieser Mann mir zuhören. Nur ab und zu stellte er eine Frage, doch sonst redete ich. Als ich endete, stellte er mir nur eine Frage. Dies weiss ich heute noch so gut. Er fragte mich, ob ich meine Vergewaltigung wirklich verarbeiten wolle.
Was danach passierte, ich weiss einfach nicht wie es schreiben soll. Es ist fast unglaublich, denn obwohl Psychiater jahrelang mit mir gearbeitet hatten und ich es nie wirklich verarbeiten konnte, schaffte es Meck innert zwei Sitzungen.
Heute etwa zwei Jahre später geht es mir hervorragend. Ich habe keine Angstzustände und Depressionen mehr. Das vielleicht unglaublichste ist, dass mich meine Vergewaltigung überhaupt nicht mehr belastet. Seit einem Jahr bin ich in einer festen Beziehung und bin überglücklich.
Ich habe meine Geschichte geschrieben, weil ich all den Frauen Mut machen will, welche auch eine so schreckliche Erfahrung erleben mussten.

 

„Meck, Dir werde ich immer dankbar sein, Du hast mich gerettet und meinem Leben wieder einen Sinn gegeben. DANKE!"

 

Alles Liebi
Maria

Höre auf niemanden, der

           Dir sagt, 

dass Du dies oder das

         nicht kannst. 

Lass dir niemals, niemals

           einreden, 

dass etwas zu schwierig

   oder unmöglich sei. 

 

                     Douglas Bader